Reisen mit Hund

Unsere siebenjährige Havaneser-Hündin Gioja begleitet uns auf unsere Weltreise. Für einen Kurzurlaub würden wir unserem Hund diese Strapazen niemals zumuten. Da unser Reise aber voraussichtlich 1-2 Jahre dauern wird und ein Expeditionsmobil während dieser Zeit unser zu Hause sein wird, haben wir uns entschieden, dass unser Hund uns bei diesem Abenteuer begleitet. Unsere Angaben sind nur Empfehlungen, die auf eigenen Erfahrungen basieren und sollten individuell an andere Hunde angepasst werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind uns bewusst, dass der Hund in Süd- und Mittelamerika nicht den gleichen

Stellenwert hat wie in der Schweiz und sind bereit, alle Konsequenzen zu tragen.

Negativ:

  • Es wird kaum möglich sein, mit dem Hund im Restaurant zu essen

  • In den meisten Hotels sind keine Hunde erlaubt

  • Museumsbesuche sind nicht möglich mit Hund

  • Kulturstätten werden wir nur getrennt oder gar nicht besuchen können

  • Die Hitze könnte nicht nur dem Mensch, sondern auch dem Tier zu schaffen machen!   Dafür nehmen wir eine Coolingmatte mit. Diese wird im kalten Wasser gekühlt und auf den Boden gelegt (www.just4dogs.ch)

  • Es ist Vorsicht  geboten beim Aufeinandertreffen mit anderen Hunden und sonstigen Tieren

  • Parasitenbehandlung ist notwendig und regelmässig durchzuführen

  • Die Futterumstellung birgt immer ein Risiko

 

Positiv:

  • Wir ersparen unserem Hund das Tierheim

  • Sie kann den ganzen Tag mit uns zusammen sein und wir mit ihr

  • Unser gutes Gewissen!

  • Unser Hund hat uns schon viele Türen geöffnet und uns mit interessanten Menschen zusammengeführt

  • Die Lebensqualität, in der freien Natur zu leben

  • Gioja ist die beste Alarmanlage die es gibt

  • Alle sind Glücklich!

 

 

 

 

Planung:

Rückreise in Schweiz mit einplanen! 30 Tagen nach der Tollwutimpfung in der Schweiz einen Tollwuttitter erstellen lassen, damit die Rückreise in die Schweiz ohne 3-monatige Quarantäne möglich ist. Die lückenloses Einhaltung der Tollwutimpfung während der ganzen Reise ist wichtig (mindestens 30 Tage/ maximal 1 Jahr vor Abflug).

  • Impfplan mit dem Tierarzt erstellen und einplanen.

  • Erforderliche Dokumente mit dem Tierarzt und dem Veterinäramt besprechen.

  • Für die Einreise mit einem Haustier braucht dieses einen Mikrochip.

  • Der Bluttest "Tollwuttitter" ist für den Nachweis erforderlich, um problemlos in die Schweiz zurück kehren zu können. DasTestresultat benötigt ca. 21 Tage. Gute Planung ist erforderlich.

  • Maximal 10 Tage vor der Einreise muss eine externe und interne Parasitenbehandlung durchgeführt und schriftlich vom Tierarzt bestätigt werden. Zudem wird vom Tierazt schriftlich ein Gesunheitszeugnis ausgestellt, welches danach vom Veterinäramt beglaubigt werden muss. Die 10 Tage dürfen nicht abgelaufen sein, sonst bekommt der Hund keine Einreisegenehmigung.

  • Alle Dokumente müssen auf Englich und Spanisch übersetzt sein. 

  • Eine Quarantäne in Argentinien ist nicht erforderlich, da die Schweiz als offiziell tollwutfreies Land anerkannt wird.

 

Meine letzten Bedenken, dass wir unserem Hund  mit dieser Reise zu viel zumuten, wurde im Abschlussgespräch mit unserem Tierarzt bereinigt. Er sagte, wir könnten unserem Hund die gleichen Bedingungen zumuten, wie uns selbst, d.h. bei grosser Hitze wenig Bewegung und gute Kühlung. Und bezüglich der Höhenkrankheit meinte er, beim Tier wirke die gleiche Medizin wie beim Mensch, langsam aufsteigen! 

In unsere Hundekiste packen wir:

  • Transportkiste für das Flugzeug (am Boden mit einem Fell ausgeleg für die kalte Nacht im Flugzeug und ein Toilettesheet drüber, falls wärend des 16 Stunden Flug ein Malheur geschieht)

  • Rescue Tropfen zur Beruhigung bekommt Gioja wärend drei Tagen im Voraus. Wir haben schlechte Erfahrungen gemacht mit Beruhigungsmedikamenten und unser Tierarzt riet uns davon ab (beim letzten Flug reagierte Gioja panisch und beruhigte sich nicht mehr, als wir ihr Beruhigungsmedikamente gaben)

  • Reisepass

  • Impfausweis

  • Gesundheitszeugnis mit Beglaubigung des Veterinäramtes

  • Parasitenbehandlung

  • Leinen und Halsband (Hunde, die in Südamerika kein Halsband tragen gelten als wild und werden eingefangen, damit die Population besser kontrolliert werden kann. Das heisst, dass das tragen eines Halsband ein Hundeleben retten kann)

  • Bettchen und ein Lamfell (für kalte Nächte)

  • Hundeschampoo (nur für den Fall, dass sie sich wieder einmal auf einem toten Tier wälzt)

  • Ihr Lieblingsspielzeug

  • Kotbeutel (keine Ahnung ob diese in Latainamerika notwendig sind, sicherheitshalber nehmen wir aber einen kleinen Vorrat mit)

  • Hundefutter dürfen wir keines mitführen und wir werden uns als erstes auf die Suche nach Futter machen müssen

Flug:

  • Flugeservation für den Hund frühzeitig buchen. (Einige Airlines transportiern nur eine bestimmte Anzahl Haustiere pro Flug)

  • Da unser Hund keine fünf Kilo wiegt, können wir Gioja während des Fluges mit in die Kabine nehmen. Die Fluggesellschaften geben die Masse von Tragtaschen und das zulässige Gesamtgewicht vor (z.B. Lufthansa: 55cm lang x 40cm breit x 23cm hoch und Gewicht 8 Kg). Hunter bietet jetzt neu eine Flug-Reisetaschen im Sortiment an, die auf der Seite aufklappbar ist. Somit hat der Hund die Möglichkeit während dem Flug sich bequem hinzulegen. Aber Achtung; das Flugpersonal sollte den aufgeklappten Teil nicht sehen!

 

Ankunft in Buenos Aires:

Die Einreise mit Gioia in Argentinien ging ohne Probleme. Der Chip und alle Papiere wurden geprüft, ein Dosier über sie wurde erstellt und wir mussten mit einer Unterschrift bestätigen, dass wir mit allem einverstanden sind. Das ganze Prozedere kostete ca. 50 Franken. Da wir eine Adresse angeben konnten, gab uns der Zollbeamte freundlicherweise noch die Adresse von einem nahe gelegenen Tierarzt und dem Tierspital.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hunde, Hunde , Hunde, überall......

Buenos Aires ist die Stadt der Hunde und Hundesitter. Die Hunde werden zu einer vereinbarten Zeit an der Strasse angebunden, der Hundesitter holt sie ab, geht mit ihnen im Park spazieren und bindet sie danach wieder an der Strasse an, bis die Hundebesitzer ihre Vierbeiner wieder abholen; und scheinbar funktioniert das! Alle machen es so!

In ganz Buenos Aires ist es verboten, mit dem Hund in das Restaurant zu gehen. Bei schönem Wetter kann man mit dem Hund aber überall draussen essen.

Natürlich gibt es zuhause die besten Stücke Fleisch zu unvorstellbar günstigen Preisen und in traumhaften Grössen...

 

 

 

 

 

In den nächsten fünf Wochen wird uns weinig Zeit bleiben um Einträge zu machen, da wir intensiv in die Spanischschule gehen -  und Gioia darf mit in die Schule.

Grenzübergänge:

Jedes Land hat eigene Bestimmungen für die Einfuhr von Haustieren. Auch hier heisst es für uns, gute Vorbereitung erspart eine Menge Ärger. Wir werden uns an den Grenzen für das nächste Land immer wieder neu durchfragen müssen.

Argentinien / Uruguay

Zwischen Argentinien und Uruguay herrschen vereinfachte Bedingungen. Nachdem der Veterinario/Tierarzt die Gesundheit des Hundes bestätigt und das Veterinäramt (SENASA) die nötigen Papiere ausgestellt hat, kann während 2 Monaten ohne weitere Formalitäten zwischen den beiden Ländern hin- und her gereist werden. Die Kosten betrugen in unserem Fall in Buenos Aires $ 1200.

Restliches Südamerika

Für die anderen Grenzübertritte in Südamerika herrschen überall die gleichen Regeln. Der Tierarzt bestätigt die Gesundheit des Hundes und der persönlichen Ausführung der internen und externen Parasiten-Behandlung. Falls die interne Behandlung nachweislich innerhalb des letzten Monates durchgeführt wurde, kann diese wegfallen. Das jeweilige Veterinäramt  stellt die nötigen Papiere aus. Zusammen mit dem Gesundheitszeugnis und dem "staatlichen" Nachweis des Veterinäramtes lassen sich die Grenzen problemlos passieren.

Nordamerika (Kanada/USA)

Die Grenzübertritte in Nordamerika waren für uns erstaunlich unbürokratisch. Die jeweiligen Beamten wollten entweder gar nichts, oder aber nur den Anti-Rabia Nachweis sehen. Absolut kein Problem

 

 

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