Von Sucre über La Paz nach Copacabana am Titicacasee

Sucre ist mit seinen 300‘000 Einwohnern die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens und wurde 1538 als „Ciudad La Plata“ – Stadt des Silbers – gegründet; sie gilt auch als Geburtsstadt Bolivien’s und ist UNESCO Welt-Kultur-Erbe. Die kleine Stadt im kolonialen Stil hat uns sehr gut gefallen und wir verbrachten die Nacht auf Palmsonntag in der Nähe des Zentrums. Kurz vor Mitternacht, befanden wir uns plötzlich inmitten einer grossen Osterprozession und realisierten, dass wir hier als einziges Fahrzeug parkierten. Sonntags fuhren wir zum Markt nach Tarabuco, der als traditionellster und schönster Markt in Bolivien bekannt ist.

Die Fahrt von Sucre nach Cochabamba, einer weiteren schönen Stadt im Kolonialstil, und weiter nach La Paz über das bolivianische Hochland war von vielen Berg- und Talfahrten und beeindruckender landschaftlicher Kulisse geprägt. Kurz vor La Paz, wies uns das Navi einen steilen, steinigen Weg hinunter, der uns durch das Valle de la Luna zum Hotel Oberland, einem bekannten Stellplatz für „Overlander“ führte. Das Schweizer Hotel ist auch für seine typische Schweizer Küche bekannt, und so genossen wir bereits am ersten Abend ein „Züri-Geschnetzeltes“ mit Rösti. Nach drei Nächsten und zwei weiteren „Heimweh-Spezialitäten“ mussten wir weiter, wieder einmal einen Mechaniker aufsuchen.

Die Millionen-Stadt La Paz liegt auf 4000 Metern und ist umgeben von 6000 Meter hohen Gipfeln der Cordillera der Anden auf der einen Seite und dem Valle de la Luna mit seinen eigenartigen Gesteinsformationen auf der anderen Seite. Entlang der steilen Hänge türmen sich die kleinen Steinhäuser der Armen, während die wohlhabendere Bevölkerung 500 Meter tiefer wohnt. Um die Stadt nach Copacabana zu verlassen, mussten wir Richtung Flughafen nach La Paz Alto und auf einer kurzen Strecke von wenigen Kilometern zuerst die respektvolle 500 Meter Höhendifferenz überwinden. Kaum auf der Hochebene angekommen, landeten wir bereits zum zweiten Mal inmitten eines grossen Marktes und mussten diesen im Fussgängertempo abfahren.

2 Stunden weiter nördlich erreichten wir den Titicacasee, der seine wahre Grösse (8550 km2) noch nicht zeigte, sondern eher an den Vierwaldstättersee erinnerte. In Copacabana hatten wir das Glück, im Garten des Hotels Gloria, einen Parkplatz mit direkter See Sicht zu finden, nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt. Allerdings feierten die Bolivianer dieses Wochenende das „Fiesta de la Cruz“, begleitet von viel Musik bis in die Morgenstunden und noch mehr Feuerwerk. Nach 3 Nächten machten wir uns auf Richtung Kasani, der Grenzstadt zu Peru.

Rückblickend halten wir fest: Die klimatischen Verhältnisse auf dem Altiplano sind extrem. Auf 5000 Metern ist es sehr trocken, am Tag heiss und in der Nacht selbst im Sommer unter Null Grad. Der Urwald anderseits auf 1700 Metern ist immer feucht und heiss und die Vegetation sehr üppig. Nach wie vor herrscht vor allem auf Land eine grosse Armut und die Bevölkerung wird überall deutlich darauf hingewiesen, der Natur Sorge zu tragen und keinen Abfall zu hinterlassen.

Unser Fazit nach 4 Wochen Bolivien: „Bolivien, Du hast uns überrascht und uns sehr gut gefallen.“


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