Von Cusco zum Valle Colca und nach Arequipa

Wir entschlossen uns, für die Fahrt zum Valle Colca und nach Arequipa mitten durchs Land zu fahren und nahmen damit eine mehrtätige Fahrt auf Schotterpisten in Kauf. Kurz nach Yauri war dann aber fürs erste die Fahrt vorbei, da die Aluminiumteile unseres Dachträgers alle auf einmal durchbrachen. Glücklicherweise wählten Freunde, die kurz zuvor noch mit uns auf dem Camping in Cusco waren die gleiche Strecke und kamen am späten Abend bei uns vorbei. Mit Ihnen und einigen Mechanikern, welche uns ein vorbeifahrender Anwohner bereits am Nachmittag verständigt hat, konnten wir am Morgen danach den Dachträger stabilisieren und im Schritttempo die 10 Kilometer zurück in Stadt fahren. 48 Stunden später waren vier neue Teile aus Stahl hergestellt, der Dachträger wieder montiert und wir setzten unsere Fahrt fort.

Auf dem nächsten Streckenabschnitt nahmen wir wieder einmal eine Autostopperin mit – Delfina, die Lama-Züchterin. Sie ist 40-jährig, hat 2 Kinder und besucht Abendkurse im nächsten Dorf - 10 Kilometer pro Weg zu Fuss. Mit Erstaunen haben wir von ihr vernommen, dass ein Lama zwischen USD 1000 und 1500 kostet. Das erklärt weshalb jede Herde, an der wir bis anhin vorbeifuhren, immer gut von mehreren Hirten bewacht wurde.

Nach einer weiteren Nacht vor einer abgelegenen Kirche kamen wir endlich im Colca Tal an. Wir beschlossen, am Parkplatz des Aussichtspunktes „Cruz del Condor“ zu übernachten, um frühmorgens rechtzeitig vor Ort zu sein. Um 08:30 waren bereits alle Aussichtsterrassen von schaulustigen Touristen gut besetzt und alle warteten auf das versprochene Spektakel. Und endlich kamen sie. Die grössten Vögel der Welt schraubten sich im Aufwind des 1400 Meter tiefen Tals langsam nach oben und boten eine zirkusreife Flugshow. Ein einmaliges Erlebnis. Nach ungefähr zwei Stunden sind sie dann weitergezogen und auch wir machten uns auf den Weg nach Arequipa.

Der kommende Streckenabschnitt, nochmals 200 km mitten durchs Land, auf einer Strasse, die den Namen „Todes-Strasse“ durchaus verdient hätte, war wiederum ein Highlight für sich und immer wieder versicherten wir uns in kleinen Dörfern, dass die Strasse auch wirklich für Lastwagen zugänglich war.

Nach sechs Tagen und vielen tollen Eindrücken erreichten wir schliesslich Arequipa, wo wir uns für die nächsten vier Tage wieder mal in einem schönen Garten von den vielen Schotterpisten und endlosen Berg- und Talfahrten erholen konnten.


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